Messihaushalt oder Sammelleidenschaft?

 

Woran erkennen Sie, dass Sie auf dem Wege zum Messie sind?

Jeder Mensch sollte ein Hobby haben. Doch nicht jedem liegen sportliche oder künstlerische Tätigkeiten. Sammeln jedoch ist für viele das schönste Hobby der Welt. Von kleinen Pferdefiguren bis hin zu Autos – Sammler finden sich in allen Gesellschaftsschichten.
Und dann gibt es die Personen, die einfach alles sammeln. Sie schmeißen nichts weg – Messies! Wo ist der Übergang vom Sammler zum Messie? Gibt es klare Anzeichen?

Die Ordnung eines Sammlers

Der Sammler hält seine Sammlung in einer bestimmten Ordnung. Sie ist oft nur für ihn ersichtlich. Doch er weiß zu jedem Zeitpunkt, wo sich welches Teil der Sammlung befindet. Auch pflegt er seine Sammelobjekte. Denn sie haben nicht nur für ihn persönlich einen besonderen Wert. Würde er über eine Veräußerung seiner Sammlung nachdenken, wollte er einen guten Preis dafür erzielen wollen. Dies ist selbstverständlich nur möglich, wenn alle Objekte in optimalen Zustand gehalten werden. Und dafür nimmt sich der wahre Sammler Zeit. Es füllt ihn mit Stolz, anderen seine Sammlung präsentieren zu können.. Auch möchte er sich in den meisten Fällen mit anderen Sammlern austauschen. So kann er neue Erkenntnisse über das Objekt seiner Sammelleidenschaft erringen und vielleicht auch neue Objekte finden.

Unentschlossenheit und Sammelwahn

Doch es gibt auch „Sammler“, die sich nicht genau auf ein Objekt festgelegt haben. Sie sammeln einfach nur um des Sammeln wegens. Haben sie ursprünglich mit Comics begonnen, kommen schnell Porzellanpferde hinzu und wenig später grüne Hüte. Während der wahre Sammler jedes der Objekte getrennt aufbewahren und in Ordnung halten würde, kommt es für den Messie-Anwärter nur darauf an, möglichst viele dieser Objekte zu horten. Es geht ihm nicht darum, sie als Wertanlage zu sehen. Es geht nur um den Besitz. Denn Besitz stärkt bei ihm das Selbstbewusstsein. Wer viel hat, der ist viel wert.

Was sich anhört wie ein Kaffeesatz, hat für Messies leider eine große Bedeutung. Aus Angst an Ansehen zu verlieren, sammeln sie auch die unnötigsten Gegenstände: Einkaufstüten aus Plastik, Schuhkartons, alte, nicht mehr passende Kleidung. In fortgeschrittenem Stadium wird sogar Müll in der Wohnung behalten mit der Begründung, ihn ja wiederverwerten zu können.
Letzteres geschieht natürlich nicht!

Vorbeugen ist besser

Dies ist wieder ein Lebensbereich, auf den dieser Spruch hundertprozentig zu trifft. Es lohnt sich wirklich, regelmäßig seine Schränke durchzuschauen. Kleidung, die tatsächlich noch regelmäßig getragen wird, findet ihren Weg wieder in den Schrank zurück. Die restliche Kleidung wird, wenn sie noch heil und ordentlich ist, am besten in eines der Sozialen Kaufhäuser gegeben. So kann sie jemand anderem noch einen guten Nutzen bringen. Selbige kann auch mit allen anderen Gegenständen in der Wohnung geschehen. Deko-Material, das man nicht mehr leiden mag, wird ebenso aussortiert wie Bücher und CD’s , die man nicht mehr mag. Alles kann im Sozialen Warenhaus einen neuen Besitzer finden. Oder man verkauft es auf dem Flohmarkt oder bei ebay. In fast jedem Haushalt gibt es viele Dinge, die man nur aus reiner Gewohnheit noch im Schrank belässt. Dies können alte Spielsachen der Kinder, Kleidung, aber auch Computerspiele, DVD’s und natürlich Bücher sein. Unnötige Verpackungsmaterialien gehören am besten in den Müll – natürlich korrekt getrennt.

Verfährt man regelmäßig mit seinem Besitz auf diese Weise, stellt sich das zufriedene Gefühl ein, dass man sowohl seinen Besitz, seine Wohnung und damit einen wichtigen Teil seines Lebens im Griff hat. Und das fühlt sich richtig gut an!

Ein kleiner Tipp am Schluss

Wer das Gefühl hat, dass ein Freund oder Familienmitglied zum Messie wird, sollte versuchen, diesen zum Ordnen wie oben beschrieben zu bewegen. Man kann klein mit einem Schrank anfangen und sich dann Woche für Woche weiter durch die Wohnung arbeiten. Wer Unterstützung in seinem Umfeld findet, der hat eine gute Chance, sich von seinem übermäßigen Sammlerdasein abzuwenden, bevor es tatsächlich zu spät ist und sich alles Mögliche in der Wohnung türmt. Wird diese Hilfe nicht angenommen, kann professionelle Unterstützung der richtige Weg sein.