Weshalb stört es Frau und Mann nicht?

Man kommt geschafft von der Arbeit nach Hause und möchte nur noch auf die Couch oder ins Bett – Verständlich! In der Wohnung verstreute schmutzige Kleidungsstücke und Socken. Weshalb stört es Frau und Mann nicht! Aber muss man dazu wirklich aus den Klamotten fallen und sie einfach für die nächsten Tage liegen lassen? Oder muss man sich seine karge Freizeit tatsächlich mit derartigen Kleinigkeiten vermiesen? Dieses Phänomen ist nicht nur bei jüngeren Menschen zu verzeichnen. Auch die mittlere und teils sogar die ältere Generation ist dabei schon ertappt worden. Doch woran liegt es?

 

Schild Chaos Ordnung

Der eingefahrenen Spur entrinnen

Beginnen wir bei der Durchleuchtung mit der älteren Generation. Bei ihnen scheint es eindeutig: Endlich mal gehen lassen, nicht immer gleich funktionieren müssen. Denn genau so sind sie aufgewachsen und haben ihr ganzes Leben verbracht. Immer musste alles pikobello sauber und aufgeräumt sein. So wurde es ihnen mehr oder weniger sanft beigebracht und diese Lebensweise hat sich wie ein roter Faden durch ihr Leben gezogen. Sah man etwas herum liegen, so wurde es sofort adäquat weggeräumt. Egal, ob in der eigenen Wohnung, bei Freunden oder bei den Kindern. Und nun achtet endlich niemand mehr darauf. Also kann man doch gerne mal fünfe grade sein lassen, oder? Meist fällt es ihnen auch relativ schnell auf. Und schwupps – herrscht wieder Ordnung. Zeit für die eigenen Bedürfnisse ist ja hinreichend vorhanden. Es ist also eher eine Mischung aus alter Angewohnheit und neuem „Laissé faire“, die hier vorherrscht.

Warum hat der Tag nur so wenig Stunden?

Die Damen und Herren im Alter von 35 bis 55 trifft es da schon ein wenig härter. Auch sie haben in der Kindheit gelernt für Ordnung zu sorgen. Doch bei weitem nicht ganz so drastisch wie die elterliche Generation. Daher hat Mutti, als sie noch kleiner waren, vieles, ohne es selber zu bemerken, auf ihren täglichen Streifzügen durch das Haus weggeräumt. Junior hatte nicht mehr viel zu bewältigen. Beide waren zufrieden. Lebt man nun alleine oder hat eine Familie, liegt es nun in den eigenen Händen, die Rolle von Mutti zu übernehmen. Nur leider ist uns dieses automatische Wegräumen nicht so in Fleisch und Blut übergegangen, wie Mutti es sich gewünscht hätte. Daher bleibt schon mal einiges liegen – besonders in Zimmern, die nicht für jedermann einsehbar sind. Und schon türmen sich Socken und andere gebrauchte Kleidungsstücke. Auch soll der berufliche Alltag gesichert bleiben. Das Geld wird schließlich dringend benötigt, nicht wahr?  Und ehrlich: Der Arbeitstag in der Firma oder mit der Familie war schon anstrengend genug, da reicht es doch die Schmutzwäsche irgendwann die Tage, wenn es mal wieder nötig ist, eine Waschmaschine in Gang zu setzen, alles schnell zusammen zu klauben. Und ganz ehrlich: Wer den ganzen Tag hart in der Firma arbeitet und sich auch noch liebevoll um die Familie kümmert, der hat doch bestimmt ein Anrecht auf eine günstige Putzfrau, die diese ganzen zeitraubenden Arbeiten übernimmt, oder nicht?

 

Und nun die jungen Wilden …

Das Leben ist schön, wir verdienen gutes Geld. Kleinigkeiten, wie tägliches Aufräumen kommen da im Tagesplan nicht vor. Sie passen auch gar nicht hinein. Welches Event sollte für sie gestrichen werden? Fitnesstraining, Chillen mit den Kumpels in der Sportsbar oder der Yogakurs für Fortgeschrittene, nach dem sich alle so gemütlich zum Chai-trinken treffen. Nein nein nein: Es muss ganz einfach reichen, wenn einmal die Woche so eine Art Großreinemachen vorgenommen wird und basta! Und doch beschert uns diese Form der Betriebsblindheit unnötige Arbeit – von der leicht schnuddeligen, ungemütlichen Behausung einmal ganz abgesehen.

Ein paar kleine Tricks

Doch ganz ehrlich: Schnell das schmutzige Geschirr in den Geschirrspüler räumen, die Schmutzwäsche in einen dafür vorgesehen Korb im Bad, einen im Schlafzimmer und schon herrscht ein wenig Ordnung. Auch die volle Mülltüte kann beim nächsten Verlassen der Wohnung doch ganz leicht auf dem Weg entsorgt werden. Und das Großreinemachen am Wochenende fällt auch kürzer aus, da ja bereits einige kleine Bausteine stehen und darauf aufgebaut werden kann. Auch ist die ganze Wohnung gleich ein wenig gemütlich, was den Feierabend wieder etwas schöner macht. Und ein großer Vorteil hiervon ist auch, dass man zu jeder Tageszeit Besuch empfangen kann, ohne sich den Spruch anhören zu müssen: „Ja, wie sieht’s denn bei Dir wieder aus?“ Und dafür lohnt es sich doch auf jeden Fall, mit kleinen Tricks zu arbeiten, oder?