„Mama, Du bist ja aus dem vorigen Jahrhundert!“ – Ja, er ist ein Lieber, mein kleiner Sohn. Und so ehrlich, denn ich bin ja aus heutiger Sicht tatsächlich im vergangenen Jahrhundert geboren worden. Daher weiß ich auch aus eigener Erfahrung: Ja, es gibt ein Leben ohne Smartphones! Und ja, es ist gar nicht so schwer, ohne diese kleinen Dinger zu überleben. Glaubt Ihr nicht? Probiert es einfach aus!

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Aufgewachsen um die 1983

Es hört sich an wie aus dem tiefsten Mittelalter. Aber es stimmt! Im Jahre 1983 hatten wir, auf dem Lande lebend, erst seit einigen wenigen Jahren einen eigenen Telefonanschluß. Unser Fernseher war auch bereits farbig, auch wenn wir nur 3 Programme empfangen konnten. Dies sollte sich aber alles rasant in den nächsten Jahren ändern. Sogar die Telefonzelle haben sie uns irgendwann genommen. Warum? Weil die technische Revolution auch das Dorfleben erreicht hat. Wir wurden in den 1990zigern förmlich von Handys überrollt. Heute hat eigentlich fast jeder ein vernünftiges Smartphone! Die Schulmädchen laufen, mit Kopfhörer auf den Ohren und dem Handy in der Hand – eifrig tippend versteht sich – zum Schulbus oder wieder nach Hause. Mit der Freundin telefonieren? Um Himmels willen – man textet doch heute! Es klingt ja schon wie ein aussterbendes Reptil, wenn man von einer SMS spricht. Wozu gibt es What’s App, Twitter oder Facebook? Ist doch alles kostenlos, gelle? Und wehe man spricht jemanden, der schnell auf seinem Smartphone vor sich hintippt, einfach mal an? Große Augen, verständnisloser Blick? Mehr kommt oft nicht dabei heraus. Auch das Spielen an diesen kleinen Geräten ist allgegenwärtig.

Einfach einmal abschalten

Der Mensch von heute scheint nur noch zu überleben, wenn er rechtzeitig bei der 1 % Anzeige des Akkus seines Smartphones ganz schnell eine Steckdose findet. Klingt übel, nicht wahr? Und ganz ehrlich: Das ist es auch! Zumindest denke ich so.

Ich finde es einfach erschreckend, in einen Raum zu kommen, in dem fast jeder ein Smartphone in der Hand hält und eifrig damit beschäftigt ist. Egal, ob U-Bahn, Wartezimmer beim Arzt oder auch zu Hause – ein „Guten Morgen“ ist kaum noch möglich. Dazu müsste man ja aufschauen. Nein, es ist eine wirklich unhöfliche Unsitte geworden, das Smartphone immer und überall in der Hand zu haben und damit ausfüllend beschäftigt zu sein.

Es wäre für die meisten von uns eine großartige Erfahrung, das Smartphone einmal ein ganzes Wochenende auszuschalten und wegzulegen. Warum? Nun, man könnte wieder miteinander reden, gemeinsam etwas spielen, einfach nur zusammen auf dem Sofa sitzen und kuscheln. Denn das Smartphone hat mit Sicherheit schon die eine oder andere Beziehung zerstört – weil einer der Partner das gute Stück nicht aus der Hand legen wollte. Auch Kinder sind es leider gewohnt, ihre Eltern nur mit Smartphone in der Hand zu sehen. Auch deswegen wäre es schön, das Telefon zu bestimmten Zeiten wegzulegen – nämlich um den Kindern ein anständiges Beispiel zu sein.

Es ist erstaunlich, was man alles machen könnte, wenn man tatsächlich beide Hände frei hat und nicht dauernd auf irgendwelche Piepstöne des Handys lauschen muss. Ich persönlich kann nur sagen: Probiert es aus, ganz klein mit nur einem Tag! Die Zeitdauer kann schließlich jederzeit verlängert werden. Dem steht ja nur der eigene Schweinehund im Wege, oder?