Es ist schön, in einer Beziehung zu leben. Jemand ist zur Stelle, wenn Rat und Tat benötigt wird. Er befindet sich auf derselben Wellenlänge und hat für den Großteil der persönlichen Haken und Ösen Verständnis. Und doch sieht man es überall: Alltag fressen Seele und damit auch die Beziehung auf! Aber muss es wirklich so sein? Man sieht doch auch so viele glückliche Paare, die schon lange Zeit zusammen sind. Was ist deren Geheimnis?

Die heutige Arbeitswelt

Ganz klar rangiert der Beruf an Nummer 1 der alltäglichen Beziehungskiller. Und das kommt nicht von ungefähr. Um in der heutigen Zeit seinen beruflichen Posten problemlos halten zu können, ist ein großes Engagement für die meisten Arbeitnehmer wichtig. Leider wird dieses mit Überstunden und Extra-Schichten verwechselt. Und doch sind auch diese oftmals notwendig. Sie werden gut bezahlt und bessern die Haushaltskasse auf. Gerade Familien mit Kindern wissen ein Lied davon zu singen. Schließlich möchte man sein finanzielles Polster nicht schrumpfen sehen. Doch viel berufliches Engagement bedeutet, dass man zum Feierabend müde, abgespannt ist, sodass keine Lust auf gemeinsame Aktivitäten mehr vorhanden ist. Sowohl der Partner als auch die Kinder werden über kurz oder lang darunter leiden. Ganz klar: Wer sich keine Zeit für seinen Partner nimmt, sei es, dass diese tatsächlich bereits vollständig verplant ist, sei es, dass man ganz einfach keine Lust auf Zweisamkeit hat, darf sich nicht wundern, wenn dieser zwar in der Beziehung bleibt, aber langsam aber sicher seine eigenen Wege einschlägt.

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Ein überwältigendes Freizeitangebot

Die Freizeitjunkies unter uns wissen es genau: Man darf einfach nichts verpassen! Das bedeutet, dass jeder Tag mit einem Event, einem Kurs oder einer Party bestückt wird. Frei nach dem Motto „Schlafen können wir, wenn wir alt sind!“ Doch nicht jeder Mensch kann dieses Tempo durchhalten. Doch was tun, wenn der Partner lieber auf Achse ist, anstatt einen gemütlichen Abend gemeinsam zu Hause zu verbringen.

Der Computer und das Internet

Auch hier liegt ein großer Beziehungskiller. Denn das Internet oder die Computerspiele, das ist ganz eindeutig, warten pünktlich zum Feierabend auf ihren Herrn und Meister. Selbstverständlich dürfen sie nicht enttäuscht werden. Also wird der Computer sofort eingeschaltet und man entrückt für die nächsten Stunden in der virtuellen Welt. Kein Wunder, dass der Partner sich seiner eigenen Hobbies widmet und vermutlich wieder Stunden vor einem das erholsame Bett gefunden hat.

Nischen finden, in denen alle Platz haben

Egal, welcher dieser Gründe zu einem Auseinanderleben geführt hat, es ist wichtig, den Wunsch zu haben, an der Beziehung zu arbeiten und sie erhalten zu wollen. Das bedeutet aber auch, seine eigenen Wünsche zu hinterfragen. Was ist wirklich wichtig im Leben? Der Computer? – Nein! Die Arbeit? – Ja, aber in Maßen! Ein gutes Freizeitangebot? – Ja, aber auch dies in Maßen! Viel freie Zeit miteinander zu verbringen? – Ja und nochmals Ja!

Sicher ist es einfach zu sagen, dass man wieder Gemeinsamkeiten finden bzw. aufleben lassen soll. Doch genau dies ist es, was notwendig ist. Ein gemeinsamer Spaziergang im Sonnenuntergang kann ein erster Schritt sein. Gemeinsame Spielenachmittage mit der ganzen Familie oder Freunden schaffen ebenfalls Nähe. Nähe, ohne die eine gute Beziehung einfach nicht funktionieren will. Es muss nicht sofort der gemeinsame Theaterbesuch oder Tango-Kurs sein. Doch ohne gemeinsam genutzte Zeit funktioniert eine gute Beziehung nicht. Eines ist sicher: Es bedarf der gemeinsamen Planung der Freizeit, um alle zufrieden stellen zu können. Sind die Eltern glücklich und zufrieden, wirkt sich dies auch sofort auf die Kinder aus.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: In vielen Fällen hilft es bereits, sich mit einer verbesserten Wortwahl anzunähern. Denn das Wort „Beziehung“ bedeutet ja genau genommen, dass einer an dem anderen zieht. Doch eine „Partnerschaft“ sollte ausgeglichen sein – 2 gleichberechtigte Partner, die einander lieben. Dann können auch ein großes Arbeitspensum oder unterschiedliche Freizeitaktivitäten einem aktiven, entspannten und liebevollen Zusammensein nichts anhaben!